Warum du ständig für andere da bist und was das mit dir macht (Human Design Konditionierung)
- Taimi Z

- 14. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Juli

Warum du ständig für andere da bist und was das mit dir macht
Das kennst du: du sitzt mit einer Freundin zusammen und sie erzählt dir, was ihr Problem ist. Vielleicht hat sie grade ein Beziehungsproblem und weiß nicht weiter. Sofort steigst du ein und bringst lauter Lösungsvorschläge für sie. Und ehe du dich versiehst, habt ihr eine Stunde darüber gesprochen, ist ihr Problem wenn auch nicht gelöst, so doch in epischer Länge bequatscht und sie hat lauter Optionen wie sie weiter agieren kann. Und du fährst nach Hause und fühlst dich vollkommen erschöpft. Du hattest dir fest vorgenommen, nicht wieder in das Muster zu verfallen und eigentlich wolltest du von deinem neuen Projekt erzählen aber, schwuppdiwupp, war eure gemeinsame Zeit um.
Und dann gibt es natürlich auch die Situationen, wo du es runterschluckst. Du erinnerst dich, dass du nicht immer einspringen willst. Auch wenn du genau wüsstest , wie es jetzt weitergehen könnte, du schweigst und trotzdem arbeitet es in dir weiter. Und irgendwann fragst du dich, warum bin ich bloß immer so erschöpft?
Kommt dir das bekannt vor? Wenn ja, kann ich dich trösten und dir sagen, das hat mit deinem inneren Bauplan zu tun, mit deiner inneren Struktur.
Das ist kein Einzelfall
Und das ist natürlich kein Einzelfall. Zu Hause geht's im gleichen Stil weiter. Dein Sohn kommt nach Hause und regt sich auf über die ungerechten Lehrer in der Schule. Den Hörer hast du schon in der Hand, bis du merkst, was du da gerade tust. Du hörst quasi den Auftrag, bevor er ausgesprochen wurde.
Vielleicht passiert es dir auch mit deinem Partner. Er kommt nach Hause und fängt sofort an zu erzählen, was ihn genervt hat an dem Tag und du springst auf den fahrenden Zug auf.
Und wieder bleibt überhaupt kein Raum für dich.
Was es dich kostet
Es kostet dich sehr viel. Es kostet dich nämlich deine komplette Energie. Falls du dich abends ins Bett legst und dich fragst, warum du so erschöpft bist dann, voilà, hier hast du die Gründe dafür. Nicht nur hast du dich komplett verausgabt für die Themen aller anderen um dich herum. Nein, es ist noch was anderes passiert, nämlich deine eigenen Themen sind auf der Strecke geblieben. Da, wo du vielleicht gerne eine Meinung gehört hättest oder einfach nur geteilt und erzählt hättest, was dich gerade beschäftigt, war gar kein Raum dafür.
Warum? Weil du dir den Raum nicht genommen hast, weil du deine eigenen Grenzen überschritten hast.
Dafür kann es verschiedene Gründe geben.
Einer könnte sein, dass du so konditioniert worden bist, dass deine Belange immer nach den Belangen der anderen kommen.
Manchmal ist es auch eine wunderbarer Art, sich woanders zu beschäftigen, um sich nicht mit den eigenen Themen wirklich beschäftigen zu müssen.
Oder ganz einfach: du gibst dir und deinen eigenen Themen nicht den Platz, den sie bräuchten weil du dich selber nicht ernst nimmst.
Der Dreh und wie es sich bei mir veränderte
Das ist nur möglich durch ein Verständnis von mir selbst und davon, wie ich ticke. In diesem Fall bedeutete das für mich, meinen inneren Bauplan, meine Human-Design-Konditionierung, kennenzulernen. Denn dort steht geschrieben, dass ich in meiner Wahrnehmung so schnell den Fokus auf andere richte und keine klaren Grenzen für mich selbst setze, dass ich den Unterschied gar nicht mehr erkennen kann. Mir fehlte das Wissen darum. Seit ich das durchschaut habe, erkenne ich auch diesen Mechanismus schnell. Was mir geholfen hat, war ganz einfach: Wenn ich gemerkt habe, dass ich gerade im Aktionismus bin und ganz viele Tipps und Ideen und Ratschläge habe, halte ich inne oder gehe einfach mal kurz raus Luft schnappen.
Heute
Heute kann ich gut beobachten, an welchen Punkten ich früher eingesprungen wäre.
Und wenn es mich dann mal juckt, frage ich mein Gegenüber:“ mir fällt da was auf, möchtest du es hören oder nicht?“ Und dann habe ich mir erstens eine Erlaubnis abgeholt und habe zweitens Zeit in Ruhe zu überlegen, wie viel Energie ich reingeben möchte.
Mein Fazit
Es ist viel ehrlicher, meinen Mitmenschen gegenüber, denn so bilde ich mir nicht ein, es besser zu wissen und dass sie ihre Probleme nicht selber lösen können. Oder, wie mein alter Lehrer immer sagte:
Taimi, ein jeder Mensch hat ein Recht auf seine eigenen Probleme
Meine Frage an dich
Und hier meine Frage an dich: Kennst du das auch?
Und wie gehst du damit um?
Was ist dein Mechanismus?
Wie selektierst du, wo du eintauchen möchtest und wo nicht?

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